Geschichte des Vereins

Tradition und Aufbruch

Gründung der Universität und frühe Unterstützung aus Deutschland

Eine Universität für Israel – eine Vision, die seit dem Ende des 19. Jahrhunderts verfolgt und 1903 durch Theodor Herzl gefordert wurde. 1918 wird diese Universität schließlich in Jerusalem gegründet und 1925 als Hebräische Universität Jerusalem eröffnet. Bereits ein Jahr später haben sich in Deutschland namhafte Persönlichkeiten zusammengetan, um die neue Universität ideell und finanziell zu unterstützen. Unter dem damaligen Namen „Deutscher Verband zur Förderung der Universität Jerusalem“ warben die Initiatoren um Mitglieder, die einen „nach eigenem Ermessen zu bestimmenden Jahresbeitrag“ entrichten sollten. Für den Vorstand unterzeichneten unter anderen der bekannte Rabbiner Dr. phil. Leo Baeck, der Philosoph Martin Buber, die Maler Max Liebermann und Lesser Ury, die Schriftsteller Arnold Zweig und Stefan Zweig sowie viele andere.

Ende der dreißiger Jahre wurde der Verband durch die Nationalsozialisten verboten.

Die Unterstützung nach 1945 – im Zeichen von Wiedergutmachung und Aussöhnung

Nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft konnte an die Tradition der Weimarer Republik angeknüpft und die Verbindungen zur Hebräischen Universität Jerusalem ausgebaut werden.

In den 1950er und 1960er Jahren wurden in der Bundesrepublik Deutschland zahleiche regionale Freundeskreise als jeweils eigenständige Vereine gegründet. Sie haben die Zusammenarbeit zwischen den deutschen Universitäten und der HUJ neu befördert. Die regionalen Kreise agierten unter dem Dach des Bundesverbandes der Freunde der Hebräischen Universität Jerusalem.

Besonders festzuhalten ist die Gründung der Freunde der Hebräischen Universität Jerusalem durch Prof. Berthold Simonsohn in Frankfurt am Main, die die Verbindung zur HUJ besonders prägten – auch durch ihre Vereinspräsidenten Walter Hesselbach, einem deutschen Bankmanager, Gewerkschaftler und Kommunalpolitiker, sowie Ernst Welteke, Präsident der Deutschen Bundesbank.

2014 schlossen sich die Mitglieder der regionalen Freundeskreise zu dem Verein der „Freunde der Hebräischen Universität in Deutschland e.V.“ in seiner heutigen Form zusammen. Der Sitz ist in Berlin.

Eine spezielle Verbindung: Albert Einstein und die Hebräische Universität

In Jerusalem wird an Originalmanuskripten geforscht

Der Nobelpreisträger Albert Einstein hatte in seinem Testament verfügt, dass sein Nachlass mit Tausenden von Briefen, Manuskripten und seinen Tagebüchern nach vorheriger Aufbereitung an die Hebräische Universität in Jerusalem gehen solle.

Zum Zeitpunkt seines Todes 1955 waren dies rund 14.000 Schriftstücke. Einstein hatte auch verfügt, dass seine Sekretärin Helen Dukas und der deutsch-amerikanische Nationalökonom Dr. Otto Nathan den Nachlass zu ihren Lebzeiten ordnen und zur wissenschaftlichen Nutzung an der Hebräischen Universität aufbereiten sollten. Bis in die frühen 1980er Jahre wurden weitere Zeitdokumente zusammengetragen, so dass die Zahl auf 42.000 Schriftstücke angewachsen ist. 1982 übertrugen die Nachlassverwalter die Rechte an Einsteins Nachlass der Hebräischen Universität in Jerusalem. Dort fand er seinen endgültigen Platz in der Jüdischen National- und Universitätsbibliothek, im dort eingerichteten Albert Einstein Archiv.

Heute befinden sich dort insgesamt rund 55.000 Archivstücke. Etwa 10.000 Stück davon liegen als handschriftliche Originale vor. Die weiteren Stücke sind Kopien und Transkripte von Originalen sowie Briefe und Manuskripte, die Einstein erhalten und gesammelt hat. Das Material beinhaltet nicht nur bedeutende Quellen für die Geschichte der modernen Physik. Einstein korrespondierte auch mit den wichtigsten Persönlichkeiten seiner Zeit zu Fragen des Pazifismus, Sozialismus und Zionismus sowie zur Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts.

Die Hebräische Universität stellt regelmäßig ausgewählte Dokumente sowie Neuzugänge vor. So hatte das Einstein-Archiv beispielsweise 2019 Dokumente von der Crown-Goodman-Familienstiftung aus Chicago erhalten, die von einem privaten Sammler in den USA erworben worden waren. Darunter waren auch Einsteins Briefe an seinen Sohn Hans Albert. Untersuchungen der verwendeten Tinte und des Papiers haben bestätigt, dass es sich um Originale handelt.

Neben dem Einstein-Archiv mit dem Nachlass des berühmten Physikers gibt es weitere Bindungen an die Hebräische Universität. So wurde beispielsweise das Institut für Mathematik nach Albert Einstein benannt. 1925 gegründet zählt das Einstein Institute of Mathematics zu den führenden Einrichtungen dieser Art weltweit.